4244 ALMA Andri Stadler 2 Small

 

 

ALMA (Zusammenarbeit seit 1987)
Haut, 1992
Wachs auf Holz sowie Leinöl auf Leinwand auf Holz
je 14.8 x 10.5 cm
Inv.-Nr. 4244

ALMAs Werk von 1992 wirkt abstrakt, wäre nicht der Titel Haut. Die beiden Künstler, die hinter dem Pseudonym stehen, Alf Hofstetter und Max Markus Frei, haben sich damit auseinandergesetzt, wie Haut am besten dargestellt werden kann. Gemäss ihrem Konzept gibt es zwei Ausführungen mit je sieben Tafeln, denn Zusammenarbeit bedeutet für ALMA Aktion und Reaktion. Es ist die Eröffnung eines Dialogs, der aus der Gegenüberstellung entsteht, welcher die Kunstschaffenden interessiert. Die einzelnen Tafeln haben die Grösse einer Postkarte und entsprechen somit ALMAs Standardformat DIN A6. Mit der bewussten Wahl dieses kleinen Formats wird unser Blick auf das Detail gelenkt. Einzelne Farbnuancen und verschiedene Oberflächenstrukturen sind erkennbar. Nach dem Blick richten wir womöglich auch unsere Nase auf das Werk. Während die Farben der oberen Reihe Haut fast geruchslos sind, riechen die unteren Tafeln nach Bienenwachs und Paraffin. Passend zur Redewendung «mit Haut und Haaren» erweiterte das Duo die Haut noch um sechs weitere Tafeln (Haare). 

Als Duo ALMA führen Alf Hofstetter (*1956, Glarus) und Max Markus Frei (*1958, Luzern) seit 1987 einen intensiven künstlerischen Dialog. Die beiden Künstler arbeiten getrennt voneinander an ihrem Teil des Werks, der Austausch findet über das Gespräch und die Reaktion auf das Formulierte des andern statt. Die individuelle Autorschaft rückt bei dieser Arbeitsweise in den Hintergrund. 1989 gründen die beiden Künstler die Stiftung ALMA und verpflichten sich, Referenzwerke aus jeder Schaffensphase in diese einzubringen. Mit diesem Vorgehen entziehen sie dem kapitalistischen Kunstmarkt sukzessiv Werke. Sitz der Stiftung ist das Kunst(Zeug)Haus. Die Stiftungsurkunde entwarf Peter Bosshard (1942–2018).

Text: Larisa Baumann

 

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ALMA (collaboration since 1987)
Haut, 1992
Wax on wood and linseed oil on canvas
each 14.8 × 10.5 cm
Inventory no. 4244

ALMA’s 1992 work might seem abstract, if not for the title Haut (Skin). The two artists behind the pseudonym, Alf Hofstetter and Max Markus Frei, have explored how skin can be best represented. According to the concept, there are two sets of seven panels each, representing their approach to collaboration as action and reaction. ALMA are interested in the juxtaposition and initiation of a dialogue. The individual panels are the size of a postcard, thus conforming to ALMA’s standard A6 format. With this deliberate choice of a small format, our gaze is directed to the details. Individual color nuances and various surface textures are recognizable. Inevitably, our gaze also brings our nose closer to the work. While the paints of the upper series are almost odorless, the lower panels smell of beeswax and paraffin. The duo expanded on the theme of Haut by adding six more panels Haare (Hair).

As the duo ALMA, Alf Hofstetter (*1956, Glarus) and Max Markus Frei (*1958, Lucerne) have engaged in
an intensive artistic dialogue since 1987. The two artists work separately on their respective parts of the artwork, and their interaction takes place through exchanging and reacting to each other’s contributions. This working method deemphasizes individual authorship. In 1989, they established the ALMA Foundation, with a commitment to preserve reference works from each phase of their oeuvre, thus gradually removing works from the capitalist art market. The foundation is based in the Kunst(Zeug)Haus, and its charter was drafted by Peter Bosshard (1942–2018).

Text: Larisa Baumann