

Der französische Titel «Hôtes» ist ein Polysem (griechisch. «polys», viel), ein mehrdeutiges Wort. Es steht zugleich für Gast und Gastgeber. Im Gegensatz zu Homonymen gehen Polyseme von einem gemeinsamen semantischen Zusammenhang aus. Basierend auf dem Menschen und seinem dualen Dasein in Körper und Geist entwickelte Wirz für die Präsentation im Kunst(Zeug)Haus eine vielschichtige Installation. Wie auch bereits in früheren Werken untersucht er Überlegungen zur Unsterblichkeit. Dabei beeinflussen ihn nicht nur das aktuelle Weltgeschehen, sondern auch seine Kindheit, in welcher er das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen erlebte und die sowohl von kolonialer Architektur wie auch von lokalen Legenden und Mythen geprägt wurde. Wirz kombiniert widerstandsfähige, die Zeit überdauernde Werkstoffe wie Spiegel oder Steine mit organischen Materialien und flüchtigen Momenten. Wachsfiguren brennen langsam ab, Pflanzen verrotten, fragile Gebilde drohen zu zerbrechen. Altes und Neues, Natürliches und Künstliches, Traditionelles und Modernes erlangen in den präzisen Setzungen vielschichtige Bedeutungsebenen, die über das Sichtbare hinaus Assoziations- und Reflexionsräume eröffnen. Der Betrachter der Werke wird auf seine Zeitlichkeit zurückgeworfen, auf die täglichen Veränderungen in Körper und Geist..