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Kunstwerk des Monats
Januar 2021

La vie est dure sans confiture, um 2000

Stefan Vollenweider (*1950 in Kaltbrunn SG)
Plexiglas, Neon
Objektmasse: 30 x 245 x 5 cm
Inv.-Nr.: 2113

La vie est dure sans confiture ist wohl das meistkommentierte Werke der Sammlung: Seit der Eröffnung des Kunst(Zeug)Hauses begrüsst es die Eintretenden und entlockt ein erstes Lächeln, oft wird es spontan mit „mais les femmes sont chères et les petits enfants si faciles à faire!“ oder anderen Variationen dieses französischen Sprichworts ergänzt. Im Stile einer Leuchtreklame verweist die Arbeit des Künstlers und Kunstpädagogen Stefan Vollenweider leichtfüssig auf grundlegende Aspekte der Sammlung. Beinahe beschwörend stimmt es die Besuchenden auf die humorvolle Auseinandersetzung mit Alltäglichkeit im weitesten Sinn ein, welche die hauseigene Sammlung als Grundmotiv durchzieht. Die sorgsam gebogenen und stellenweise geschwärzten Neonröhren bilden pink leuchtende Buchstaben, die je nach Position der Betrachtenden die Botschaft leserlich werden lassen. Erstmals ausgestellt wurde das Werk in der Ausstellung der IG Halle La nuit américaine im Jahr 2000. In der Folge wurde das Werk Vollenweiders vom Stifterehepaar Peter und Elisabeth Bosshard angekauft.

Vollenweiders künstlerische Präsenz in Rapperswil-Jona hinterlässt auch an vielen anderen Orten ihre Spuren: etwa in den Leuchtkästen Carré d’Art an der Fassade des Einkaufszentrums Sonnenhof oder in der Gestaltung der SBB-Unterführung des Bahnhofs Rapperswil. Dabei scheint es dem Künstler neben der Auseinandersetzung mit der Flüchtigkeit des Augenblickes programmatisch auch darum zu gehen, Prozesse in Gang zu setzen und eine Öffentlichkeit mitzugestalten. Es ist passend, dass das Werk eines Künstlers, der das Bild von Rapperswil-Jona prägt und einen lebendigen Diskurs im Blick hat, einen einladenden Zugang zur Sammlung des Kunst(Zeug)Hauses eröffnet.

Stefan Vollenweider (*1950 in Kaltbrunn SG), gelernter Bildhauer, lebt in Rapperswil-Jona. Er arbeitet in verschiedensten Medien und ist insbesondere für seine Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum bekannt. Neben der eigenen künstlerischen Tätigkeit übt er verschiedene Lehrtätigkeiten aus. Er wurde mit mehreren Preisen geehrt, zuletzt erhielt er 2016 den Anerkennungspreis der St. Gallischen Kulturstiftung.

Text: Lorin Reichwein